Magerrasen mit Thymian und Labkraut © Umweltamt

Flora von Frankfurt

Momentaufnahmen der Pflanzengesellschaften

Ende 2009 hat die Projektgruppe Flora Frankfurt eine Internetseite freigeschaltet, deren Ziel es ist, alle in Frankfurt wildwachsenden Pflanzenarten zu zeigen. Interessierte können den Wuchsrot einer Art dokumentieren und so zu einem ständig wachsenden „Florenwerk“ beitragen.

Als „Flora“ wird der gesamte Bestand an Pflanzenarten innerhalb einer bestimmten Region bezeichnet. Die Begriffe „Flora“ und „Florenwerk“ bezeichnen auch eine Veröffent­lichung, in der die Pflanzenarten einer Region aufgelistet sind, oft zusammen mit ihrer Beschreibung, Angaben zur Verbreitung und mit Bestimmungsschlüsseln. Der Umfang und die Zusammensetzung des Pflanzenbestandes unterliegen einem ständigen Wandel und gerade in einer so dy­namischen Stadt wie Frankfurt verändern sie sich rasant.

Die Geschichte der Erforschung der Frankfurter Flora lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Eine Flora von Frankfurt hatte bereits Johann Christian ­Senckenberg (1707 bis 1772) ge­plant. Die erste ­„Flora Moeno-Francofurtana“ veröffentlichte 1772 bis 1778 Johann Jacob Reichard, der erste Stiftsarzt der Dr. Senckenbergischen Stiftung. Eine Anzahl weiterer Florenwerke folgte. Das letzte Werk, geschrieben von Otto Burck („Flora des Frankfurt-Mainzer Beckens“), erschien im Jahr 1941. Darüber hinaus wurde die Pflanzenwelt Frankfurts durch Herbarbelege und in anderen Veröffentlichungen dokumentiert. Der Umfang der erfassten Pflanzen war recht unterschiedlich und besonders in der Zeit zwischen 1960 und 1985 sehr lückenhaft.

1985 wurde die Arbeitsgruppe Biotopkartierung am Senckenberg Forschungsinstitut und bereits wenige Jahre zuvor die „Projektgruppe Flora Frankfurt“ gegründet, die die Pflanzenwelt Frankfurts systematisch und flächendeckend erfass­ten. Im Rahmen der Biotopkartierung erschienen zahlreiche Diplomarbeiten und Publikationen – ein zusammenfassendes Florenwerk aber fehlt bis heute.

Im Dezember 2009 wurde eine Website freigeschaltet, mit der bei der Erfassung von Pflanzen neue Wege beschritten werden. Mit ihrer Hilfe soll die Fülle an Daten seit Beginn der floristischen Erforschung des Stadtgebietes der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hinterlegt ist eine Datenbank, in der die Dokumentationen aus den verschiedenen Epochen bis heute zusammengeführt werden – eine Arbeit, die offen ist und die ständig um aktuelle Funde aus der Feldarbeit ergänzt wird. Vorteil dieser Internetflora gegenüber einer gedruckten ist die Möglichkeit der ständigen Aktualisierung. Bisher sind 712 Artensteckbriefe und 44.073 Datensätze von Pflanzenfundorten zugänglich. Interessierte können eigene Funde melden.

www.flora-frankfurt.de

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Biotopkartierung

Durch den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main beauftragt, führt das Senckenberg Forschungsinstitut, Abteilung Botanik, seit 1985 im gesamten Stadtgebiet – die Naturschutzgebiete und einige größere Industrieanlagen ausgenommen – eine flächen­deckende Kartierung der Biotoptypen durch. Weiter