Mainufer am Holbeinsteg © Stefan Cop

Das Mainufer

Frankfurt wendet sich wieder dem Fluss zu

Entspannung am Mainufer
Zwei Seiten des Mains: aktive Entspannung (oben © Stefan Cop) und ­mediterrane Momente am „Nizza“ (unten © Grünflächenamt)

Der Wandel Frankfurts von einer Handels- und Industriestadt zu einer Stadt der Dienstleistungen und des Wohnens bot die Chance, auf ehemaligen Hafen- und Industrieflächen an beiden Main­ufern Freiräume zu entwickeln, die die Aufenthalts- und Wohnqualität fühlbar steigern.

Noch im Jahr 1998 standen auf der ­Weseler Werft und am Westhafen die verwaisten Einrichtungen einer fast 100-jährigen Industrie- und Hafennutzung. Das Gebäude am „Nizza“, um 1960 als Nachfolgebau der ursprünglichen „Trinkkurhalle“ errichtet, war zu einer hässlichen Ruine verkommen. Am Deutschherrnufer reihte sich ein Parkplatz an den anderen.

Das „Nizza“

Kein Vergleich zu dem heute wie selbstverständlich wirkenden Bild der großzügigen Mainuferpromenaden und der im Sommer voll besetzten Liegewiesen. Auf Picknickdecken und Liegestühlen genießen die Frankfurter den Blick auf die gegenüberliegende Uferpromenade und die Hochhäuser, und das oft bis spät in die Nacht. Die Frankfurter haben ihre Mainufer wiederentdeckt.

Am „Nizza“, wo heute wieder Bananen­stauden, Palmen und Feigen mediterranes Flair vermitteln, liegt die Keimzelle der grünen Mainufergestaltung. 1860 setzte sich der Frankfurter Stadtgärtner Sebastian Rinz mit seiner Vorstellung durch, hier eine Grünanlage in der Verlängerung der Wallanlage zum Main hin zu schaffen. Ursprünglich sollte ein Lagerplatz an dieser Stelle entstehen. Sein Enkel Andreas Weber führte die Gestaltung fort, die bis heute im Wesentlichen erhalten und von 1999 bis 2006 nach gartendenkmal-pflegerischen Vorgaben wieder in Stand gesetzt wurde.

Durch die veränderten Strukturen von Industrie und Handel sind große Gewerbeflächen am Main für urbane Quartiere frei geworden. Ab 1997 wurde im Deutschherrnviertel das ehemalige Schlachthofgelände neu bebaut. Es folgte die Weseler Werft, ein nicht mehr benötig­ter Hafen für Schüttgüter am gegenüberliegenden Ufer. Schließlich gab die Stadt flussabwärts den Westhafen auf. In kurzer Zeit entstanden hier markante Bürogebäude und Wohnun­gen. Die jüngste Entwicklung ist das neue Hafenparkgelände und die Grünanlage Ruhrorter Werft unmittelbar vor der neu errichteten EZB (Europäischen Zentralbank). Sie entstehen auf einem Areal des Osthafens, welches früher als Umschlagplatz für die ehemalige Großmarkthalle, für Kohle und zuletzt für Altmetall und Schrott diente.

Maßnahmen

Allein für rein landschaftsgärtnerische Arbeiten wurden am Main bis heute 24 Millionen Euro investiert. Mehr als 6 Millionen wurden durch die Projektentwicklungsgesellschaften für den ufernahen Stadtumbau finanziert. In den Jahren 1997 bis 2006 wuchs das grün gestaltete Ufer von 3,5 km auf 14 km Länge.

Mit dem Hafenpark entsteht seit 2012 im Frankfurter Osten ein moderner „Volkspark 2.0„. Vor der Neugestaltung ermittelte das Grünflächenamt in einer Onlinebefragung die Wünsche der Frankfurter Bürger und Bürgerinnen zu diesem neuen Park. Das Thema „Sport und Bewegung“ kristallisierte sich heraus. Heute bietet der Hafenpark mit Skatepark, Sportband und Wiesenband einen Freiraum an, der bereits überregional bekannt und äußerst beliebt ist. Dieser neue Park liegt am Puls der Stadt: Ein Ort zum Sein.

Kontakt
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Anlagen und Parks am Mainufer

Das Mainufer mit seiner Promenade, den Grünanlagen und seinen markanten Brücken ist eine der großen Anziehungspunkte der Stadt. Mehr erfahren Sie hier.

Informationen über die Grünanlagen an den Mainufern finden Sie unter:

Deutschherrnufer
Licht- und Luftbad Niederrad
Museumsufer
Nizza
Theodor-Stern-Kai
Weseler Werft
Hafenpark am Osthafen