
Der Stadtwald
Die „grüne“ Wachstumsregion

Frankfurt besitzt mit rund 6.000 Hektar eine der größten kommunalen Waldflächen in Deutschland. Die Baumarten verteilen sich auf 34 Prozent Eiche, 31 Prozent Buche, 29 Prozent Kiefer sowie 6 Prozent Fichte und Douglasie mit einem Schwerpunkt in der Altersklasse von 40 bis 60 Jahren. Der jährliche Holzeinschlag liegt bei rund der Hälfte des Zuwachses und erfüllt das Prinzip der Nachhaltigkeit, nicht mehr einzuschlagen als nachwächst. Der im Stadtwald praktizierte naturnahe Waldbau leistet einen großen Beitrag zum Biotop- und Artenschutz.
Im Jahr 1993 wurden 3.797 Hektar des Frankfurter Stadtwaldes zu Bannwald erklärt, der den höchsten nach dem Hessischen Forstgesetz möglichen Schutz genießt. Ein Großteil des Stadtwaldes ist als Klima-, Immissions- und Wasserschutzwald ausgewiesen. Der komplette Wald ist Landschaftsschutzgebiet. 19 Prozent der Waldfläche sind Fauna-Flora-Habitat-Gebiet gemäß der NATURA-2000-Richtlinien.
Hinzu kommen 4.600 Hektar Erholungswald. Ein rund 420 km großes Waldwegenetz, davon 157 km ausgewiesene Rad- und Wanderwege, lädt Erholungssuchende zum Spazierengehen, Wandern, Joggen und Radfahren ein. Darüber hinaus gibt es 96 km Reitwege. Der Stadtwald ist als Teil des Frankfurter GrünGürtels ein wichtiges Naherholungsgebiet.

Die starke Zerschneidung des Stadtwaldes durch Verkehrstrassen, die Lage im Einzugsbereich des Flughafens und die Beanspruchung durch Erholungssuchende belasten insgesamt das Ökosystem. Seit dem Erwerb des Stadtwalds im Jahr 1372 ist mit 1.077 Hektar rund ein Siebtel des Waldes durch Bebauung, Sportstätten, Flughafenerweiterungen, Eisenbahnen und Autobahnen verloren gegangen. Um den Wald langfristig zu erhalten, darf seine Fläche nicht weiter beschnitten werden, und die letzten zusammenhängenden Waldstücke dürfen nicht durch neue Verkehrstrassen zerrissen werden.
Trotz intensiver Bemühungen bleiben Waldschäden nicht aus. Luftschadstoffe und Wasserentzug durch die Stadt belasten den Wald in erheblichem Maße. Umso wichtiger sind überregionale Maßnahmen, um schädliche Umwelteinflüsse zu verringern und den Wald vital und stabil zu erhalten.
Das StadtWaldHaus

Die ehemalige Fasanerie in der Nähe der Oberschweinstiege ist seit 1976 Mittelpunkt der Öffentlichkeitsarbeit des Frankfurter Stadtwalds. 1995 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Fasanerie ein neues forstlich-ökologisches Informationszentrum eingeweiht: das StadtWaldHaus.
Das außergewöhnliche Gebäude mit seinen zwei gegeneinander versetzten, begrünten Pultdächern, aus deren Mitte sich ein Eichenstamm mit einer Aussichtsplattform erhebt, beherbergt eine Waldausstellung, in der sich die Besucherinnen und Besucher durch eigene Aktivitäten ein Verständnis für das Leben des Baumes und die Lebensgemeinschaft Wald „erarbeiten“ können. Das StadtWaldHaus ist ein wichtiger Lernort im Frankfurter GrünGürtel.
Biologische Vielfalt erhalten
In Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH) sollen bestimmte seltene und selten gewordene Arten, aber auch ihre Lebensräume europaweit geschützt werden. Im Frankfurter Stadtwald sind der Schwanheimer Wald und der Frankfurter Oberwald zu FFH-Gebieten ausgewiesen.



