
Auf gutem Grund
Erfassung und Recycling belasteter Flächen
Die Böden, auf denen Frankfurt gebaut ist, erzählen die lange Geschichte der Stadt. Sie enthalten an vielen Stellen Schadstoffe, die aus Altablagerungen, früheren gewerblichen Nutzungen oder etwa dem Trümmerschutt der Nachkriegszeit stammen. Von belasteten Flächen und Altlasten können Gefahren für das Grundwasser und die menschliche Gesundheit ausgehen. Daher müssen diese Standorte erfasst, untersucht und saniert werden, bevor Wohnungen und öffentliche Einrichtungen gebaut werden. Ein solches Flächenrecycling macht es möglich, Grundstücke im Innenbereich der Stadt neu zu nutzen, und schont damit Freiflächen im Außenbereich.

- Ehemaliges Gaswerk an der Oskar-von-Miller-Straße (Malerischer Plan von Frankfurt am Main, F.W. Delkeskamp 1864)
Beispiele sind das ehemalige Gaswerk in der Oskar-von-Miller-Straße, die neue City West in Bockenheim, das ehemalige Tanklager auf dem Alten Flugplatz in Bonames, das Areal des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs (jetzt Europaviertel) und die ehemaligen Flächen der US-Armee.
Inzwischen sind alle Flächen in Frankfurt erfasst, auf denen Verunreinigungen zu vermuten sind oder nicht ausgeschlossen werden können, durch Untersuchungen nachgewiesen oder die bereits teilweise oder ganz saniert wurden. Das Altlastenkataster verzeichnet Informationen über 34.000 Flächen. Die Hälfte davon sind Grundstücke mit mittlerem oder hohem Gefährdungspotenzial, darunter 130 Altablagerungen, acht ehemalige Gaswerke und zahlreiche Grundstücke von stillgelegten Industrie- und Gewerbebetrieben.
Dieses Wissen steht allen Interessierten zur Verfügung. Im Jahr 2009 wurden Altlastenauskünfte für 280 Grundstücke erteilt – nach 400 bis 500 Anfragen in den Jahren zuvor. Von besonderer Bedeutung sind diese Fachinformationen für das städtische Flächenmanagement, also auch für kommunale Bau- und Entwicklungsmaßnahmen und die Planung von neuen Schulen, Kindergärten und Parkanlagen.



