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Urban Mining

Rohstoffe der Zukunft

Urban mining – städtischer Bergbau –, dieses Synonym für zukünftige Rohstoffgewinnung bezieht seine Faszi­nation aus zwei sehr gegenläufigen Ent­wicklungen: die weltweite Bevölkerungskonzentration in den Städten und die Erschöpfungstendenzen der Rohstoffgewinnung aus konventionellen Lagerstätten. Wenn sich Verbrauch und Abfallaufkommen weltweit in den Metropolen konzentrieren, liegt die Erschließung und Ausbeutung dieser Sekundärressourcen nahe und wird zunehmend profitabel. Als nahe liegende urbane Quellen kommen vor allem alte Hausmülldeponien (Metalle, Kunststoffe, Holz), Rückstände aus metallurgischen Prozessen (seltene Metalle), Klärschlämme (Phosphor) sowie Abfälle aus der Bauwirtschaft (Eisen, Kupfer, Holz, Mineralien) infrage.

Bauwerke z. B. sind wertvolle Rohstoff­lager. In Deutschland fallen jährlich rund 255 Millionen Tonnen mine­ralische Abfälle an, die derzeit zu 92 Prozent wiederverwertet werden. Mit dieser Menge kann bei ihrem Wiedereinsatz circa ein Drittel des deutschen Bedarfs an mineralischen Rohstoffen abgedeckt werden.

Das vom Menschen angelegte „Lager“ von Kupfer, so der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung, ist darüber hinaus heute schon größer als die verbleibenden natürlichen Reserven.