Kurzfrüchtiges Weidenröschen © Andreas Malten

Biotopkartierung

Inventur der Tier- und Pflanzenarten

Durch den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main beauftragt, führt das Senckenberg Forschungsinstitut, Abteilung Botanik, seit 1985 im gesamten Stadtgebiet – die Naturschutzgebiete und einige größere Industrieanlagen ausgenommen – eine flächendeckende Kartierung der Biotoptypen durch.

Die Anbindung der Biotopkartierung an das Senckenberg Forschungsinstitut liegt nahe, weil ein Schwerpunkt seiner Forschung traditionell im Großraum Frankfurt liegt und Flora und Fauna der Region in den Sammlungen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) seit fast 200 Jahren archiviert werden. Dies bietet die besten Voraussetzungen dafür, die Veränderungen der Flora und Fauna zu erfassen, zu dokumentieren und zu beurteilen. 

1990 wurde der erste Durchgang der Biotopkartierung abgeschlossen, seitdem erfolgen im Turnus von fünf Jahren Revisionskartierungen. In Form von sogenannten „Präzisierungskartierungen“ werden in ausgewählten Gebieten und Lebensräumen vertiefte floristisch-faunistische Untersuchungen durchgeführt. Sie geben Antworten auf Fragen zur landschaftsstrukturellen Ausstattung, zu Arteninventar und Naturschutz sowie zu Pflege und Entwicklung. Kartierungen schaffen Beurteilungsgrundlagen bei planerischen Großprojekten wie z. B. der Umwandlung des Güterbahnhofs und der Erweiterung des Flughafens. 

Die Ergebnisse dieser Arbeiten sind eine notwendige Grundlage für die Fachplanungen der Stadt (Landschafts- und Naturschutzplanung, Arten- und Biotopschutzprogramme, Eingriffsregelung). Sie liefern wissenschaftlich fundierte Informationen über den Zustand, die Gefährdung und Schutzbedürftigkeit sowie die Entwicklungsfähigkeit der Natur in der Großstadt. Sie ermöglichen Aussagen über Lebensräume, die Verbreitung von Pflanzen- und Tierarten, ihr Gefährdungspotenzial und die Planung von Schutzmaßnahmen.

Bild oben: Typisch für urbane Räume ist die große Zahl von Neuankömmlingen (Neophyten), die z. B. über den Güterverkehr eingeschleppt wurden. Ein Beispiel ist das Kurzfrüchtige Weidenröschen, das aus Nordamerika stammt und erst in jüngster Zeit in Frankfurt nachgewiesen wurde.

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Flora von Frankfurt

Die Arbeitsgruppe Biotopkartierung am Senckenberg Forschungsinstitut und „Projektgruppe Flora Frankfurt“ erfass­en die Pflanzenwelt Frankfurts systematisch und flächendeckend. Im Dezember 2009 wurde eine Website freigeschaltet, mit der bei der Erfassung von Pflanzen neue Wege beschritten werden.

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