Die Nidda bei Höchst © Stefan Cop

Die Nidda

Vom Kanal zurück zur lebendigen Flusslandschaft

Die Nidda wurde schon seit Jahrhunderten immer wieder nach den Bedürfnissen der Menschen umgestaltet. In den 1920er- und den 1960er-Jahren wurde sie für ein mindestens 100-jährliches Hochwasser ausgebaut und erhielt auf Frankfurter Gebiet eine regelmäßige, naturferne Gestalt. Schleifen wurden durchstochen, zugeschüttet oder zu Alt­armen gemacht. Die Nidda schrumpfte von 23 auf 18 km. Sechs Wehre mit be­wegli­chen Stauklappen regulieren Wasserstand und Abfluss. Die Folgen waren schlechte Wasserqualität, unterbrochene Verbindungen zur Aue und Wanderhindernisse für Fische und ­an­dere Wasserorganismen durch die Wehre.

In den letzten 25 Jahren wurden große Anstrengungen unternommen, um diese Entwicklung umzukehren. Der Ausbau von Kläranlagen, die Sanierung von Mischwasserent­lastungen aus der Kanalisation und der naturnahe Ausbau des Flusses haben die Wasserqualität stark verbessert.

Altarm der Nidda © Eckhard Krumpholz

Kleinräumige, ökologisch wirksame Maßnahmen entlang der gesamten Frankfurter Nidda wie die Bepflanzung der Böschungen und das Zulassen von Totholz und Kiesbänken haben zu einer größeren Strömungs- und Substratvielfalt geführt. Die Nidda wurde abwechslungsreicher und naturnäher.

Großräumige Umgestaltungen machten z. B. die 2,4 km lange Strecke zwischen Berkersheim und Bonames natur­näher. Die Bonameser Altarme wurden wieder angeschlossen. Am Rödelheimer Wehr wurde der unpassierbare Absturz im Mühlkanal zu einer rauen Rampe um­gebaut, die Fische und andere Wasserorganismen flussaufwärts durchwandern können. Das Höchster Wehr wurde entfernt und durch ein naturnahes Streichwehr und ein Umgehungsgerinne ersetzt. Hier wurde ein ökologisch vielfältig gestalteter Flussabschnitt geschaffen. Für die anderen Wehre liegen ebenfalls Planungen vor. Sie werden in den nächsten Jahren als Ausgleichsmaßnahmen für große Verkehrs- und Siedlungsbauprojekte realisiert.

Kinder lernen am Fluss

Kinder auf einem Floss
© Eckard Krumpholz

Wie lange leben Eintagsfliegen wirklich? Wie ist die Gewässergüte der ­Nidda? Wie baut man ein Floß? Im Rahmen des Programms „Entdecken, Forschen und Lernen im Frankfurter GrünGürtel“ besuchen viele Schulklassen und Familien den Alten Flugplatz in Bonames. Als eine von fünf Lernstationen im Frankfurter GrünGürtel bietet das Gelände an der Nidda mit seinen Wiesen und Gewässern optimale Lernbedingungen. Das „Grüne Klassenzimmer“ ist der Ausgangspunkt für spannende naturkundliche Aktivitäten.

www.umweltlernen-frankfurt.de
www.naturschule-hessen.de