12. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik

Gemeinwohl ist mit sozialem Zusammenhalt und gegenseitiger Verantwortung eng verbunden. Auf der kommunalen Ebene verändern sich die Anforderungen an die räumliche Entwicklung und ihre (Planungs-)Prozesse. Die Orientierung am Gemeinwohl wird als zentrale Aufgabe von Stadtplanung und einer integrierten Stadtentwicklung verstanden, in der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und viele weitere Akteurinnen und Akteure gemeinsam mit der Verwaltung an der Zukunft der Städte und Gemeinden arbeiten. Auf dem 12. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik wurde darüber geredet, wie  gemeinsam in sozialer Verantwortung für Stadt und Land die Zukunft gestaltet werden soll.

Mit renommierten Fachleuten sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Planung und Zivilgesellschaft wurde in einem vielseitigen Programm mit Diskussionen und Vorträgen, Zukunftsarenen und Rahmenveranstaltungen diesen zentralen Fragen nachgegangen: Wie kann eine verantwortungsvolle staatliche Entwicklungspolitik den unterschiedlichen Anforderungen für "ein gutes Leben" gerecht werden? Welche Instrumente und Handlungsspielräume sind erforderlich, und wie können kommunale Selbstverwaltung, soziale und politische Teilhabe mit individuellen Entwicklungschancen gestärkt werden?

Der zweite Kongresstag endete bei internationalem Streetfood und Getränken im YARD – eine Zwischennutzung in einer Markthalle und einem von Schiffscontainern umrahmten Innenhof in der östlichen Innenstadt Frankfurts. Die Stadt Frankfurt am Main lud hier zum gemeinsamen Ausklang ein, bevor man am 19. September aktuelle Projekte in Frankfurt und Umgebung auf verschiedenen Exkursionen kennenlernen konnte. Die Details zu den einzelnen Exkursionen finden Sie hier.

Das vollständige Kongressprogramm finden Sie hier.


Die Stadt Frankfurt am Main hat als Mittelpunkt der Rhein-Main-Region, als Verkehrsknotenpunkt und wichtiger Finanzplatz eine europäische und weltweite Bedeutung. International agierende Unternehmen, wie Messe, Flughafen, Banken und Börse, bedeuten für Frankfurt sowohl Chance als auch Herausforderung.

Ziel des Green-City-Prozesses ist eine lebendige und zukunftsfähige Stadt, die nicht auf Kosten künftiger Generationen lebt. In seiner Zielsetzung steht er in der Tradition der Frankfurter Agenda 21.

1992 haben Vertreter von 179 Staaten in Rio de Janeiro die Agenda 21 beschlossen, die klar signalisierte, dass Ressourcen endlich sind und geschont werden müssen. 1996 wurde auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung eine Lokale Agenda initiiert. Seither haben sich zahlreiche Frankfurterinnen und Frankfurter, Vereine, Organisationen und Unternehmen an der Entwicklung einer lebenswerten Stadt beteiligt.

Der Green-City-Prozess wurde mit der Bewerbung um den Titel „Europäische Grüne Hauptstadt 2014“ angestoßen. Frankfurt schaffte den Sprung in die Finalrunde. Dabei wurde im Vergleich deutlich, wie „grün“  Frankfurt schon ist. In der Zukunft geht es darum, die wirtschaftlichen, gesundheitlichen, sozialen, ökologischen und kulturellen Bedürfnisse und ihre komplexen Zusammenhänge in eine zukunftsfähige Balance zu bringen. Die Kompaktheit Frankfurts verschärft allerdings auch Konflikte– etwa wenn verschiedene Nutzungen um die knappen Flächen konkurrieren.

In Frankfurt hat sich viel bewegt. Grundlegende konzeptionelle Planungen und Projekte, die als Prototypen dienen können, sind entstanden. Der Green-City-Gedanke als Weiterführung der Lokalen Agenda ist inzwischen fest in der Stadt verankert. Vieles, was vorher unverbunden nebeneinander zu stehen schien – Radfahren, Abfalltrennung, Stromsparen oder die Parks – hat nun einen gemeinsamen Bezugspunkt unter dem gemeinsamen Dach von „Frankfurt Green City“.

Diese Seiten begleiten Sie auf Frankfurts Weg zur nachhaltigen Stadt. Sie bieten Informationen über Ideen und Projekte, sind eine Plattform für aktuelle Debatten und vermitteln Kontakte und vielfältige Anregungen.

Die Green City ­bietet Lebensräume für Mensch und ­Natur. Sie nutzt die Chancen umweltverträg­lichen Wirt­schaftens und ­bietet Unter­stützung für alle, die sonst im schnellen Takt der Stadt den Anschluss ­verlieren würden.

Was wir unter einer Green City verstehen

Eine nachhaltige Stadtentwicklung fördert einen Ausgleich zwischen öko­nomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen ­Bedürfnissen, der nicht auf Kosten Dritter oder nachfolgender ­Generationen geht. Die Green City ­bietet Lebensräume für Mensch und ­Natur. Sie nutzt die Chancen umwelt­verträg­lichen Wirt­schaftens und ­bietet Unter­stützung für alle, die sonst im schnellen Takt der Stadt den Anschluss ­verlieren würden. Sie ist ein lebendiger ­öffentlicher Raum, der Begegnungen ­ermöglicht. Die Entwicklung zu einer Green City ­erfordert das gesamte Wissen und kreative Potenzial von ­Verwaltung, Bürgerschaft und Unternehmen. Sie entsteht in einem breit ­angelegten gesellschaftlichen Diskurs.