Plakataktion Artenschutz

Schon entdeckt? Vom 4. bis zum 24. September hängen an den Litfaßsäulen in Frankfurt Plakate zum Thema Artenschutz.  Für die gemeinsame Plakataktion des Dezernats für Umwelt und Frauen und des Vereins „BioFrankfurt – Das Netzwerk für Biodiversität“ lassen sich insgesamt sechs Motive im Stadtgebiet finden. Das Motto der Aktion: „Ich bin Frankfurter*in – und will’s bleiben“ sensibilisiert für den Schutz der Tiere und Pflanzen in unserer Stadt. „Artenschutz beginnt bei uns“ ist eine wichtige Botschaft der Kampagne, denn jede und jeder kann sich auch im Kleinen für die Arten, die häufig sogar in der Nähe des eigenen Wohnumfelds leben, einsetzen.

 

Artenschutz fördern: Das Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main kümmert sich seit vielen Jahren um den Schutz der Artenvielfalt in Frankfurt.

Artenreiche Gebiete, zum Beispiel Streuobstwiesen und renaturierte Bereiche im Fechenheimer Mainbogen oder an der Nidda, sind unter besonderen Schutz gestellt. Zum Erhalt der Artenvielfalt werden Bäume geschützt und Landschaft gestaltet. Bei Projekten wie der Planung neuer Wohnquartiere sitzen Fachleute der verschiedenen Ämter mit am Tisch. So wird sichergestellt, dass auch Aspekte wie Klima und Artenschutz bei Bauvorhaben berücksichtigt werden. Weitere Informationen zu den Schutzgebieten und Projekten finden Sie unter www.frankfurt.de, Thema „Umwelt und Grün“.

Das Netzwerk BioFrankfurt  e. V. setzt sich seit 2004 für die Artenvielfalt in Frankfurt am Main ein. Zwölf Institutionen aus Forschung, Bildung und Naturschutz bündeln in dem Verein ihre Erfahrung und ihr Wissen, um sich gemeinsam für die Erhaltung der biologischen Vielfalt stark zu machen und das öffentliche Bewusstsein für das Thema zu vergrößern und zu schärfen. Weitere Informationen finden Sie unter www.biofrankfurt.de.

Die aktuelle Plakataktion macht die Vielfalt in Frankfurt sichtbar und verdeutlicht die große Bedeutung des Artenschutzes. Die sechs Plakatmotive der Kampagne zeigen stellvertretend für die Artenvielfalt in Frankfurt die Bachstelze, den Feldhamster, die Falkenlibelle, die Sand-Grasnelke, den Steinkauz und die Zwergfledermaus. Durch die Steckbriefe können die Arten mit ihren Habitaten und Lebensweisen näher entdeckt werden.

Bachstelze (Motacilla  alba)

Als Zugvogel hält sich die Bachstelze von März bis Oktober in Deutschland auf. Ihr Lebensraum umfasst offene Land-schaften, Felder und Gewässerränder sowie kleine und auch große Städte. Die Bachstelze ist ein „Kulturfolger“ – sie nutzt die von den Menschen geprägte Kulturlandschaft und baut ihre Nester in Nischen an Schrebergärten oder an modernen Neubauten. In Frankfurt findet die Bachstelze diese Habitate beispielsweise an der Nidda und am Monte Scherbelino.

Ihre bevorzugte Nahrung setzt sich aus Insekten, Flohkrebsen und kleinen Fischen zusammen. Die Brutsaison beginnt im April. Meist nisten die Vögel in Mauernischen, Löchern, Dachbalken, Dächern oder auch in Bodennähe an Gebäuden. Das Gelege besteht aus drei bis sechs Eiern, die
11 bis 16 Tage bebrütet werden. Nach ungefähr 14 Tagen werden die Jungen flügge. Bachstelzen können zwei Bruten im Jahr aufziehen.

Die Population der Bachstelzen ist zurzeit stabil und die Art wird als ungefährdet eingestuft. Die Bachstelze kann mit dem Aufhängen von Nistkästen unterstützt werden. Diese benötigen eine Einflugöffnung von 4,5 cm Höhe und 10 cm Breite und einen Brutraum von ca. 15 cm Höhe, 15 cm Tiefe und 20 cm Breite.

Weitere Informationen unter:

BUND: http://region-hannover.bund.net/themen_und_projekte/voegel/bachstelze/

NABU: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/vogelportraets/03693.html

Städte wagen Wildnis: https://www.staedte-wagen-wildnis.de/

Feldhamster (Cricetus cricetus)

Der in Deutschland heimische Feldhamster gehört zu den größten Nagetieren – er kann bis zu 35 cm groß werden. Er bewohnt Ackerlandschaften und lebt in weit verzweigten Gang- und Höhlen-systemen. Für seinen Bau benötigt der Hamster Löss- und Lehmböden mit einem niedrigen Grundwasserspiegel. Der Feldhamster ist sehr scheu und verbringt die meiste Zeit in seinem Bau.

Außerhalb der Paarungszeit leben die Hamster allein. Nachwuchs bekommen sie von April bis August. Von Oktober bis Ende März halten die Nagetiere Winterschlaf, wofür sie sich gut vorbereiten: Vorräte für die Winterzeit lagern sie in Höhlen. Auf dem Speiseplan des Feldhamsters stehen Knollen, Wurzeln, Samen, Schnecken und Regenwürmer. Ein Hamster kann bis zu 50 Gramm Futter in seinen Backen transportieren.

Die Intensivierung der Landwirtschaft hat die Lebensräume des Feldhamsters stark eingeschränkt. Große Ackerflächen, die nur selten von artenreichen Feldrainen und Hecken begrenzt werden, bieten keine Deckung vor Feinden. Auf den Feldern fehlt es außerdem an Wildkräutern, einer weiteren wichtigen Nahrungsquelle für die Nager.

Der Feldhamster ist sehr stark gefährdet und steht deshalb unter strengem Schutz der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Anhang IV). In mehreren Bundesländern, wie auch in Hessen, wurden deshalb Schutzprogramme entwickelt. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft ist für das weitere Überleben des Feldhamsters entscheidend. In Frankfurt und Umgebung leben Feldhamster im Bereich der landwirtschaftlich genutzten Flächen, beispielsweise der Stadtteile Sindlingen und Zeilsheim.

Weitere Informationen unter:

Projektregion Hessen: https://www.feldhamster.de/projektregion-hessen/

NABU: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/artenvielfalt/lebensraum/27829.html

Falkenlibelle  (Cordulia aenea)

Die Falkenlibelle kommt an Teichen, Weihern, Altwassern und Moorgewässern in Europa vor. Frisch geschlüpfte Exemplare halten sich meist innerhalb geschlossener Baumbestände auf und kehren nach rund zwei Wochen an das Gewässer zurück. Aber auch auf Waldwegen und Lichtungen kann man der metallisch-grün schimmernden Libelle begegnen.

Falkenlibellen schlüpfen zwischen Ende April und Juni. Die Flugzeit der Falken-libelle dauert von Mai bis Anfang August. Die Männchen können bei der Suche nach Weibchen an der Uferlinie von Gewässern beobachtet werden.

Zum Erhalt der Art ist die Pflege der bewachsenen Uferzone wichtig, zum Beispiel an der Nidda und an Altarmen. Die Art gilt zurzeit als nicht gefährdet. Gefördert werden kann der Bestand natürlich dennoch – zum Beispiel durch die Schaffung von stehenden Gewässern.

Weitere Informationen unter:

Libellenwissen: https://libellenwissen.de/libellenarten/grosslibellen/falkenlibellen-corduliidae/falkenlibelle/

BUND: https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/libellen/steckbriefe/falkenlibelle.html

Sand-Grasnelke (Armeria maritima)

Die Sand-Grasnelke, manchmal auch Gewöhnliche Grasnelke oder Strand-Grasnelke genannt, gehört zu den Bleiwurzgewächsen und kommt auf sandigen und salzigen Böden, zum Beispiel auf Salzwiesen an Meeresküsten, vor. Außerdem ist die Pflanze auf Trockenrasen und in trockenen Wäldern zu finden. Häufig wird sie auch als Zierpflanze in Gärten gepflanzt.

Sie wächst oft polsterartig und hat an den Laubblättern kleine Härchen, die als Schutz vor zu großem Wasserverlust durch Verdunstung dienen. Zwischen Mai und Oktober blüht die Sand-Grasnelke mit ihren rosafarbenen Blüten. Sie wird von vielen Insektenarten bestäubt und entwickelt von August bis Ende Oktober Früchte. Diese werden durch den Wind oder von Tieren verbreitet und dienen unter anderem Käfern als Nahrungsquelle.

Die Sand-Grasnelke wird in der Roten Liste als „gefährdet“ geführt und steht unter besonderem Schutz, da sie in einigen Bundesländern Deutschlands bereits ausgestorben ist. Ursachen sind vor allem die zunehmende Bebauung und die Verbuschung. Wer die Sand-Grasnelke in Frankfurt bestaunen möchte, findet sie auf Flächen mit Magerrasen und im Botanischen Garten in Nachbarschaft zum Palmengarten.

Weitere Informationen unter:

Urbanität & Vielfalt: https://urbanitaetundvielfalt.de/pflanzen/gewoehnliche-grasnelke/

Biologie Seite: https://www.biologie-seite.de/Biologie/Strand-Grasnelke

Steinkauz (Athene noctua)

Der Steinkauz kommt in Westeuropa, im Mittelmeerraum, Nordafrika und in Asien vor. Als Lebensraum bevorzugt er offene, grünlandreiche Landschaften mit ganzjährig kurzer Vegetation. Besonders wichtig für den Steinkauz sind Baumreihen oder Baumgruppen, die als Höhlen und Rufwarten genutzt werden können. Besonders baumreiche Wiesen und Weiden sowie Streuobstwiesen bieten dem Steinkauz gute Lebensbedingungen. Auch in lichten Parks, Dörfern und Steinbrüchen kann er vorkommen. In Frankfurt findet der Steinkauz in Streuobstwiesen gute Lebensbedingungen vor.

Meist brütet der Steinkauz in Baumhöhlen, Bodenhöhlen, Steinmauern oder Gebäuden. Die Brut beginnt Mitte April. Nach 22 bis 30 Tagen schlüpfen die Jungen, um dann nach weiteren 35 Tagen das Nest für erste Flugübungen zu verlassen. Nach zwei bis drei weiteren Monaten wandern sie aus dem Revier der Elternvögel ab und suchen sich ein neues Gebiet. In Europa gehören zum breiten Nahrungsspektrum des Steinkauzes mindestens 25 Kleinsäuger und 60 Vogelarten. Darüber hinaus erbeutet der Steinkauz kleine Reptilien, Amphibien, gelegentlich Fische, Insekten und Regenwürmer.

Der Steinkauz wird auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ geführt. Ein Hauptgrund dafür ist der Verlust an geeignetem Lebensraum. Auf Streuobstwiesen kann das Angebot an Höhlen erhöht werden, beispielsweise durch spezielle künstliche Nist-hilfen. Langfristig kann die Neuanlage von hochstämmigen Obstbäumen natürliche Bruthöhlen bieten.

Weitere Informationen unter:

NABU: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/1972-steinkauz/

HGON: http://www.hgon.de

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)

Die Zwergfledermaus gehört zu den kleinsten Fledermausarten in Deutschland. Die Körperlänge beträgt maximal 5,1 cm. Zwergfledermäuse sind echte Leicht-gewichte und wiegen nur fünf Gramm. Diese Fledermausart ist im Flug etwa so groß wie ein Spatz.

Zu allen Jahreszeiten besiedelt die Zwergfledermaus Spalten an Gebäuden, beispielsweise Fassadenverkleidungen oder kleine Hohlräume. In kleinen Wochenstuben werden die Jungtiere geboren und aufgezogen. Die Art bevor-zugt die Umgebung von Gebäuden und kommt daher in Park- und Gartenanlagen häufig vor. Die Zwergfledermaus lebt aber auch an Gewässern und Waldrändern. In Frankfurt kann man die kleinen Fledermäuse im GrünGürtel oder in Parks beobachten. Bei der Jagd nach Insekten sieht man sie oft an Straßenlaternen. Im Frankfurter Stadtgebiet leben insgesamt 15 verschiedene Fledermausarten.

Zurzeit wird die Population der Zwergfledermäuse in Deutschland als stabil geführt, dementsprechend ist die Art aktuell nicht gefährdet. Alle Fledermäuse sind streng durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Anhang IV) geschützt.
Im heimischen Garten können nachtblühende Gewächse angepflanzt werden. Diese ziehen nachtaktive Insekten und damit auch die Fledermäuse an. Bei Neu- oder Umbauten können Einflugöffnungen geplant oder spezielle Fledermauskästen angebracht werden, um die Tiere zu unterstützen.

Weitere Informationen unter:

NABU Schleswig-Holstein: https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten-und-biologie/03069.html;

NABU: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten/01339.html