Thema des Monats Februar: Plastikfrei(er) Leben

Wussten Sie, dass mehr als 40% aller Kunststoffe nur einmal verwendet und dann weggeworfen werden?

Plastik ist überall. Es stapelt sich in den Regalen der Supermärkte, es ist in jedem Haushalt zu finden und im Meer sammelt es sich in riesigen Strudeln an. Bei vielem davon handelt es sich um Einwegplastik. Es muss eine Lösung her, denn das „Plastikproblem“ ist so dringlich und aktuell wie noch nie. Was kann also getan werden? Kann auf Einwegplastik verzichtet werden? Welche Alternativen gibt es?

Das Problem

Die Plastiktüte und der Coffee2GO-Becher

Nach einer Statistik aus dem Plastikatlas 2019 der vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland herausgegeben wurde, verursachten Deutsche im Jahr 2016 rund 11,8 Tonnen Plastikverpackungsabfälle. Nur in Luxemburg, Irland und Estland war der Verbrauch in Europa höher.

Das größte Problem sind Plastiktüten und Coffee2Go-Becher.

Viele Supermärkte und Geschäfte verzichten bereits auf die Plastiktüten, dennoch werden jährlich 2 Milliarden Plastiktüten verbraucht, das entspricht etwa 24 Tüten pro Kopf. Diese Anzahl kommt einem vielleicht nicht so viel vor, aber in Anbetracht der Tatsache, dass die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Plastiktüte 25 Minuten beträgt, zählt sie ganz deutlich zu den Wegwerfprodukten.

Der Verbrauch von Coffee2Go-Becher ist noch höher. Insgesamt drei Milliarden Coffee2Go-Becher werden jährlich in Deutschland verbraucht und landen somit auch in unserem Müll (bestenfalls).

Was kann also getan werden?

Am besten ist es, bei sich selbst anzufangen. Es gibt mittlerweile eine große Auswahl an langlebigen und umweltfreundlichen Alternativen zu Einwegplastik. 

Alternativen

  • Die langlebigste Alternative zur Plastiktüte sind Stoffbeutel, auch Obst- oder Gemüsebeutel genannt. Sie werden in allen möglichen Größen hergestellt und sind meist aus Bio-Baumwolle gefertigt.
  • Heiße Getränke können in einem Mehrwegkaffeebecher aus Edelstahl mitgenommen werden. Manchen Läden bieten einen Becherbonus bei einem mitgebrachten Mehrwegbecher an, welcher zwischen zehn und fünfzehn Cent variiert. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel!
  • Nicht nur die Herstellung von PET-Einwegflaschen ist mit einem sehr hohen Energieaufwand verbunden, sondern auch ihre Entsorgung. Viele der Plastikflaschen finden ihren Weg noch nicht einmal in die gelbe Tonne. Die beste Alternative ist demnach, eine Glas- oder Edelstahlflasche mit Leitungswasser selbst zu befüllen oder auf Glas- oder Mehrwegflaschen umzusteigen, wenn sie richtig entsorgt, recycelt, beziehungsweise wiederverwendet werden. 
  • 2021 sollen bestimmte Plastik- und Styroporgegenstände innerhalb der EU verboten werden, dazu gehören auch Plastikstrohhalme - die Todesursache vieler Meeresbewohner. Heißt das jetzt es muss komplett auf das Trinken mit Strohhalmen verzichtet werden? Nicht unbedingt. Es kann auf die Alternative aus Bambusholz oder Papier umgestiegen werden. Die beste und langlebigste Alternative sind Strohhalme aus Edelstahl oder Glas, die gibt es meistens sogar mit einem extra Putzer zu kaufen.
  •  Um Lebensmittel frisch zu halten, wird häufig Frischhalte- oder Alufolie genutzt. Das ist weder nachhaltig noch umweltfreundlich, denn die landen wie viele Einwegprodukte direkt nach der Nutzung im Müll. Um dies zu vermeiden kann Essen in Brotboxen gepackt werden, die gibt es aus Kunststoff oder Edelstahl. Bei den meisten Supermärkten oder Metzgereien kann Fleisch, Käse oder Fisch in mitgebrachte Frischhalteboxen eingepackt werden. Eine weitere Alternative sind Bienenwachstücher. Die Wachstücher halten Lebensmittel lange frisch, sind wiederverwendbar und halten bei guter Pflege mehrere Jahre.
  • Unverpackt-Läden sind der neue Trend. Einfach sein eigenes Behältnis von zu Hause mitnehmen und das Abfüllen, was im Haushalt benötigt wird! Das Gute daran, alle Lebensmittel befinden sich schon in den richtigen Behältern und zu Hause muss nichts mehr umgefüllt werden. Das Gewicht des Behältnisses wird abgezogen und muss somit nicht gezahlt werden!

Tipp: Als Erstes einen Überblick verschaffen, in welchen Bereichen des alltäglichen Lebens das meiste Plastik anfällt und dort anfangen etwas zu verändern. Am besten immer kleine Veränderungen vornehmen, um zu beobachten wie es sich mit der Alternative lebt. Plastikfrei(er) zu leben ist ein Prozess und muss nicht von heute auf morgen umgesetzt werden.

Alternativen

  • Plastiktüte --> Stoffbeutel
  • Coffe2Go-Becher --> Mehrwegkaffeebecher aus Edelstahl
  • Plastikflasche --> Glas- oder Edelstahlflasche
  • Plastikstrohalme --> Strohalme aus Glas oder Edelstahl
  • Frischhalte- oder Alufolie --> Brotboxen aus Kunststoff, Edelstahl oder Bienenwachstücher
  • Einkaufen im Unverpackt-Laden

Hallo, mein Name ist Juno und ich absolviere gerade mein „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ (FÖJ) im Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main. Dieser Artikel gehört zu der Reihe „Thema des Monats“, welche ich im Rahmen meines FÖJ-Projektes anfertige.