Thema des Monats Januar: Winterdienst

Salz solte in die Suppe und nicht auf den Gehweg

Nach Schneefall oder Frost müssen Straßen und Wege rutschfest gemacht werden. Doch wer ist für den Winterdienst verantwortlich? Und weshalb wird immer häufiger von Streusalz abgeraten?

Was ist Stadt- und was ist Bürgerpflicht?

Sobald das Thermometer gegen null Grad geht und die Chancen auf Schneefall steigen, veranlasst die Stadt Frankfurt am Main alles Nötige, um den Schnee von den Verkehrsflächen zu beseitigen. Allerdings sind auch die Bürgerinnen und Bürger gefragt, denn die Räumung der Gehwege, die an das Grundstück angrenzen, ist gesetzliche Pflicht. Dies gilt auch für nicht bewohnte oder unbebaute Grundstücke. Sogar öffentliche Haltestellen, welche an das Grundstück angrenzen, müssen von dem zuständigen Anlieger oder einer beauftragten Firma geräumt werden, damit ein gefahrloses Ein- und Aussteigen gewährleistet wird. Sollte es zu einem Sturz auf einem nicht geräumten Gehweg kommen, haftet der Räumpflichtige oder die Räumpflichtige und es kann zu Bußgeld aufgrund von „Vernachlässigung der Räum- und Streupflicht“ in Höhe von bis zu 1.000 Euro kommen.

Zu welchen Umweltschäden führt der Einsatz von Streusalz?

Statt des erhofften Pulverschnees, sieht die Realität meistens nach nassem, grau-schwarz verfärbtem Schnee und vereisten Flächen aus, sodass es schwer ist, den Schnee ohne auftauende Mittel aus dem Weg zu räumen. Daher wird oft das leicht zu beschaffende Streusalz eingesetzt. Dieses Mittel darf allerdings nur verwendet werden, wenn andere Methoden nicht zielführend sind, da Streusalz eine hohe Umweltbelastung darstellt.

Problematisch bei Streusalz ist, dass das Salz gemeinsam mit dem Schmelzwasser in den Boden gelangt. Durch diese Bodenversalzung ändert sich der Nährstoffgehalt im Boden und es können Mangelzustände, wie zum Beispiel Unterversorgung der Pflanze mit Wasser auftreten. Das Ausmaß wird allerdings erst im darauffolgenden Sommer sichtbar, wenn die Bäume trotz ausreichender Niederschläge vertrocknen, denn die Salzmoleküle gelangen über die Wurzeln in das Holz und bis in die Blätter, wo sie dann angereichert werden. Besonders anfällig sind an Straßen gepflanzte Bäume, wie Ahorn oder Linde.

Alternativen

- Die umweltfreundlichste Lösung ist das zeitnahe Räumen. Sobald wie möglich den nächtlichen Schnee zur Seite schieben, bevor er festgetreten wird. Bei lockerem Pulverschnee reicht schon ein Besen aus, mit dem selbst die letzte Flocke aus dem Weg gekehrt werden kann, sodass sich festgetretener Schnee nicht in gefährliches Glatteis verwandeln kann.

- Holzspäne, Asche oder Sägemehl sind weitere gute Alternativen. Manche Betriebe geben das Material sogar kostenlos ab.

- Sand, Feinkies und Splitt haben eine gute abstumpfende Wirkung und können im Frühjahr einfach wieder aufgekehrt und für das nächste Jahr aufbewahrt werden.

- Rutschfeste Fuß- oder Gummimatten eignen sich auf glatten Platten oder Treppen.

Die umweltfreundlichsten Lösungen

  • sofortiges Räumen, nach dem ersten Schneefall
  • Holzspäne oder Sägemehl
  • Sand, Feinkies oder  Splitt
  • Rutschfeste Fuß- oder Gummimatten