Thema des Monats Juli: nachhaltig Reisen

Wussten Sie, dass Reisen auch nachhaltig geht?

Nachhaltig Reisen, das geht doch gar nicht?

Geht doch!

Diesen Monat stelle ich ein paar Tipps vor, wie man die Welt erkunden kann, ohne sie zu überlasten.

 

Was wird unter nachhaltigem Reisen verstanden?

Um eine nachhaltige Reise handelt es sich, wenn die eigenen Ziele mit dem Urlaub nachhaltig umgesetzt werden, dabei kein Schaden an der Kultur oder Umwelt hinterlassen und die Region, in welcher der Urlaub verbracht, gefördert wird.

Definition "Nachhaltiger Tourismus"

„Als nachhaltig wird Toursimus dann angesehen, wenn er einen Umgang mit allen Ressourcen in einer Art und Weise ermöglicht, dass ökonomische, soziale und ästhetische Bedürfnisse erfüllt werden können und gleichzeitig die kulturelle Integrität, essentielle ökologische Vorgänge und dieBiodiversität erhalten bleibt.“

Tipps zum nachhaltigen Reisen

Planung

Weniger Fliegen!Je weiter das Reiseziel entfernt ist, desto schwerer fällt es Reisenden auf das Flugzeug zu verzichten. Im Vergleich zu bodennahen Abgasen haben Abgase in Flughöhe eine etwa 4-fache Treibhauswirkung. Gerade wenn es sich um Strecken innerhalb Deutschlands oder Europa handelt, kommt man auch mit dem Auto oder dem Zug an wunderbare Orte. Falls es einen trotzdem in die Ferne zieht, sollte darauf geachtet werden, dass die Flugdauer der Reisedauer angepasst ist. Bedeutet: wenn ich einen Urlaub nach Bali mache, mit einer Flugdauer von 20 Stunden, sollte ich statt nur ein paar Tage, mehrere Wochen oder länger dort bleiben und meine Bali Reise vielleicht noch mit anderen Destinationen in der Nähe kombiniere. 

Die Unterkunft! All-Inclusive Hotels hören sich vielleicht erstmal verlockend an, haben aber rein gar nichts mit nachhaltigem Tourismus zu tun. Die meisten Angestellten arbeiten meist unter schlechteren Bedingungen als in anderen Unterkünften und da der Hunger der Gäste im Vorhinein nicht berechnet werden kann, landet täglich haufenweise Essen in den Mülltonnen.

Überall auf der Welt kann man mittlerweile nachhaltige Unterkünfte finden. Hierbei kann es sich um Biohotels, SocialBnBs oder einfach um Unterkünfte handeln, welche auf faire Löhne oder Wasser- und Energieverbrauch achten. Am besten man informiert sich vorher auf der Internetseite der Unterkunft, ob und wie sie sich zu dem Thema Nachhaltigkeit äußert. Falls man noch keine Unterkunft im Blick hat, kann man sich auf nachhaltigen Online-Reisebuchungsportalen umschauen. Vielleicht wird man dort fündig.

Informieren! Bevor ein Land bereist wird, sollte man sich ein wenig darüber informieren. Besonders wenn es sich um ein Land handelt, in dem die Kultur anders ist, als man sie von zu Hause gewohnt ist. Dinge, die bei uns ein Zeichen der Höflichkeit sind, könnten dort als unhöflich oder gar beleidigend angesehen werden und umgekehrt. Es schadet nicht, ein paar Wörter, wie „Hallo“ oder „Danke“ in der Landessprache zu lernen. Die Kultur und Gewohnheiten eines Landes sollten auf keinen Fall durch Tourismus verloren oder verdrängt werden, denn machen nicht gerade die kleinen Unterschiede zur Heimat eine Reise lohnenswert?

Digital! Reisedokumente aus Papier landen meistens nach der Reise im Müll. Ein Handy nimmt jeder mit auf eine Reise und die meisten Dokumente kann man sich heutzutage ganz einfach auf sein Handy laden. Ebenso können Karten offline aus dem Internet oder einer App heruntergeladen werden. So wird nicht nur die Papierflut vermieden, sondern auch überflüssiges Gepäck.

Unterwegs

Transport! Auch während der Reise sollte man so gut es geht auf den ÖPNV zurückgreifen. Dieser ist in den meisten Fällen nicht nur billiger, sondern auch umweltfreundlicher.

Lokalität! Mit dem Kauf von lokal gefertigten Souvenirs oder der Buchung eines lokalen Reiseführers wird die Region finanziell unterstützt und man lernt meist viel mehr von dem Land und seinen Leuten kennen. Beim Essen sollte auf weltweite Restaurant-Ketten verzichtet werden. Lokale Restaurants bieten meist gesünderes Essen an und wenn wir ehrlich sind, schmeckt selbstgekochtes Essen viel besser.

In diesem Sinne sollte auch das Trinkgeld angesprochen werden, denn in den meisten Fällen, verdienen die Menschen, von denen man im Urlaub bedient wird sehr wenig von dem, was eigentlich gezahlt wird. Das meiste geht an die Unternehmen. Also warum sollte man nicht einem netten Menschen eine kleine finanzielle Freude machen. Auch hier sollten die regionalen Gepflogenheiten berücksichtigt werden.

Müll! Obwohl wir zu Hause vielleicht schon relativ gut im Müll vermeiden sind, kommt es im Urlaub doch immer schnell zu vollen Mülleimern. Auch im Urlaub kannst du Dinge, wie Glas- oder Edelstahlflaschen verwenden. Obwohl in vielen Ländern das Wasser nicht aus dem Leitungshahn abgefüllt werden kann, gibt es die Möglichkeit große Kanister zu kaufen, aus denen sich jeder seine Flasche auffüllen kann. Obst und Gemüse gibt es auch in anderen Ländern ohne Plastikverpackung.

Besonders am Strand sammelt sich häufig Müll an, welches aus den Meeren angespült wird. Du kannst dich einfach mit einer Mülltüte ausstatten und jeden Müll, der gefunden wird, einpacken. Vielleicht regt das andere Urlauber mit an, Müll aufzusammeln.

Fazit

Es muss nicht auf den Urlaub verzichtet werden, aber es können vielleicht ein paar Dinge geändert werden, damit der nächste Urlaub nachhaltiger und umweltfreundlicher wird.

Nachhaltig Reisen? So geht´s!

  • Weniger Fliegen! Auch Deutschland hat schöne Ecken
  • Verzichte auf All-Inclusive Hotels und versuche es in einem Biohotel oder SocialBnb
  • Informiere dich vor deiner Reise über das Reiseziel
  • Versuche ein paar Wörter in der Landessprache zu lernen
  • Lade dir deine Reisedokumente digital herunter
  • Wähle auch in deinem Urlaub einen nachhaltigen Transport aus
  • Unterstütze lokale Anbieter
  • Achte auch im Urlaub auf deinen Müll und beteilige dich vielleicht sogar an CleanUps

 

Hallo, mein Name ist Juno und ich absolviere gerade mein „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ (FÖJ) im Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main. Dieser Artikel gehört zu der Reihe „Thema des Monats“, welche ich im Rahmen meines FÖJ-Projektes anfertige.