Thema des Monats Oktober: Erdüberlastungstag und ökologischer Fußabdruck

Wussten Sie, dass wir 2019 schon am 29. Juli so viele Ressourcen verbraucht haben, wie die Ökosysteme der Erde im ganzen Jahr erneuern können?

Von Klimawandel, Wasserknappheit, Mikroplastik in unseren Meeren und vermehrten Waldbränden haben wir in den letzten Jahren ziemlich viel gehört. Denn wir leben in einer Zeit, in der wir uns mit dutzenden Umweltproblemen auseinandersetzen müssen, die wir durch den ausbeuterischen Umgang mit natürlichen Ressourcen selbst geschaffen haben. Doch welche Auswirkungen hat auf die Natur? Was haben der Earth Overshoot Day (deutsch: Erdüberlastungstag) und unser ökologischer Fußabdruck damit zu tun?

 

Was ist der Earth Overshoot Day?

Bei dem Earth Overshoot Day (deutsch: Erdüberlastungstag)handelt es sich um den Tag im Jahr, an dem wir Menschen mehr Ressourcen verbraucht haben, als die Erde im gesamten Jahr reproduzieren und nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Die Biokapazität der Erde beträgt pro Jahr 1,7 Hektar pro Person. Jeder Mensch verbraucht im Schnitt allerdings 3,3 Hektar pro Jahr. Der Verbrauch der natürlichen Ressourcen steigt jährlich und so rutscht der Earth Overshoot Day immer näher an den Jahresanfang. Im letzten Jahr fiel er auf den 29. Juli, was bedeutet, dass wir bis zum 29. Juli 2019 1,79 Erden verbraucht hatten. Vor fünfzig Jahren lag der Erdüberlastungstag noch am 29. Dezember. In diesem Jahr konnte das „Global Footprint Network“, aufgrund der Corona-Krise noch keinen genauen Tag definieren, an dem wir unsere Ressourcen aufgebraucht haben.

Der Earth Overshoot Day fällt in jedem Land auf einem anderen Tag, da nicht alle Länder dieselbe Menge an Ressourcen verbrauchen. Wenn alle Länder so leben würden wie die USA, benötigte die Menschheit nach einer Studie des „Global Footprint Network“ fünf Erden. Deutschland liegt momentan bei 3 Erden. Länder wie Indien benötigen dagegen nicht einmal eine ganze Erde.

Was hat der ökologische Fußabdruck damit zu tun?

Jeder Mensch verbraucht im Durschnitt pro Jahr 3,3 Hektar biologisch produktive Fläche , zur Sicherung eines bestimmten Lebensstandards. Dieser Wert wird anhand des ökologischen Fußabdrucks bemessen. Er ist ein Synonym für unseren Ressourcenverbrauch und ein Indikator für das nachhaltige Wirtschaften einer Person, eines Unternehmens oder eines Landes. Der ökologische Fußabdruck gibt also Auskunft darüber, wie stark Ökosysteme und die natürlichen Ressourcen der Erde von den Menschen beansprucht werden.

Aber für wofür brauchen wir einen ökologischen Fußabdruck? Der ökologische Fußabdruck zeigt z. B., dass 20 Prozent der Weltbevölkerung fast 80 Prozent der Ressourcen unseres Planeten aufbrauchen. Er soll in erster Linie für Aufklärung sorgen und Bewusstsein schaffen.

Wie berechnet man den ökologischen Fußabdruck?

Der ökologische Fußabdruck berücksichtigt alle Umweltauswirkungen des eigenen Verhaltens. Beispielsweise, wie viele Kilometer ich jeden Tag mit dem Auto zurücklege, wie ich mich ernähre oder wie viel Wasser und Strom ich verbrauche. Allerdings handelt es sich bei dieser Rechnung meist um eine grobe Schätzung.

Mittlerweile kann man sich im Internet ganz einfach seinen ökologischen Fußabdruck ausrechnen. Meist werden hier vier Kategorien abgefragt (Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum). Am Ende gibt es ein Feedback, in welchen Bereichen man seinen Fußabdruck noch reduzieren kann und in welchen man bereits nachhaltig lebt. Außerdem wird ein direkter Vergleich gestellt, zwischen dem eigenen, dem nachhaltigsten und dem globalen ökologischen Fußabdruck.

Das kann ich tun

Ernährung

Nach Angaben der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) sind sogenannte Nutztiere für 14,5% der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Somit emittiert die Tierhaltung etwa die Hälfte aller ernährungsbedingten Treibhausgase. Weltweit sorgen die zwanzig größten Fleisch- und Milchkonzerne für mehr Treibhausgasemissionen als ganz Deutschland. Was also tun? Es muss nicht gleich jeder Frutarier werden, sich also ausschließlich von pflanzlichen Produkten ernähren, die ohne Beschädigung der Pflanze zu bekommen sind. Am besten schaut man sich erst einmal seinen eigenen Fleischkonsum an. Wer jeden Tag eine oder mehrere fleischhaltige Mahlzeiten zu sich nimmt, könnte damit beginnen, seinen Fleischkonsum auf zwei Mal in der Woche zu reduzieren und auf Produkte mit Bio-Siegel zu achten. Wer sowieso schon sehr selten Fleisch ist, kann versuchen, komplett auf vegetarische oder vegane Ernährung umzusteigen.

Beim Einkauf sollten regionale und saisonale Produkte bevorzugt werden. In vielen Supermärkten wird diese regionalen Produkte angeboten . Auf dem Wochenmarkt erhält man Produkte, die nicht doppelt oder dreifach verpackt sind. Auch das hilft, Abfall und somit Energie für die Verwertung zu sparen. Hinterfragen Sie, ob eine Verpackung wirklich notwendig ist und wenn ja, steigen Sie auf wiederverwendbare Stoffbeutel um.

Wohnen

Ein erster Schritt um seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern ist, die eigenen Leuchtmittel zu überprüfen und zu energiesparende Varianten, wie zum Beispiel Leuchtdioden (LED), zu wechseln.

Falls Sie über einen Umzug, eine Renovierung oder einen neuen Hausbau nachdenken, sollten Sie darauf achten, dass ihre Wände gut isoliert sind, damit möglichst wenig Wärme im Winter entweichen und Hitze im Sommer eindringen kann. Eine doppelte oder dreifache Verglasung ist auf den ersten Blick sehr kostenintensiv, lohnt sich aber langfristig, da dadurch viel Energie gespart werden kann., wenn die Wände den gleichen Isolierwert haben.

Auch beim Kauf von neuen Geräten sollte ein Blick auf deren Energieeffizienz geworfen werden. Vielleicht kommt auch eine komplette Umstellung auf alternative Energiequellen wie Solarstrom oder Wasserkraft für Sie in Frage.

Mittlerweile besitzt jeder Haushalt im Durchschnitt mindestens ein Smartphone oder einen Computer. Praktisch ist hierbei natürlich die Stand-By-Funktion. Doch falls Sie ein elektronisches Gerät für längere Zeit nicht nutzen, schalten Sie es der Umwelt und ihrem ökologischen Fußabdruck zuliebe doch einfach aus. Mehrfachsteckdosen sind in dieser Hinsicht eine praktische Hilfe, denn so können alle Stromfresser mit einem Handgriff vom Netz getrennt und wieder verbunden werden.

Der einfachste Tipp zum Schluss: Wenn Sie den Raum verlassen, schalten Sie das Licht aus. Niemand benötigt Licht in einem leeren Raum und auch hier können Sie wieder eine Menge Geld in Ihrer Stromrechnung sparen.

Mobilität

Besonders in Großstädten, wie Frankfurt am Main gibt es einen sehr gut ausgebauten ÖPNV (Öffentlicher Personen Nahverkehr). Gerade bei den engen Straßen und den wenigen Parkplätzen lohnt es sich mit der Bahn oder dem Bus unterwegs zu sein. Versuchen Sie es doch mal für ihren Weg zur Arbeit. Wer hier, zum Beispiel aufgrund von Entfernung nicht auf das Auto verzichten kann, könnte versuchen, mit Anderen eine Fahrgemeinschaft zu bilden.

Wer von seiner Zeit her flexibel sein möchte, kann statt dem Auto auch das Fahrrad nehmen. Besonders im Sommer oder Frühling ist es meist angenehmer mit dem Kopf an der frischen Luft zu sein, statt in einem überhitzten Auto zu sitzen. In den letzten Jahren sind in großen Städten - auch in Frankfurt - immer mehr Radwege entstanden und das Fahrradfahren in der Stadt ist dadurch um einiges sicherer geworden.

Konsum

Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Dies sehen wir tägich in unserem Umfeld. Mit kleineren Anpassungen in unserem Verhalten lässt sich viel erreichen. Wir können auf Alternativangebote, wie Flohmärkte, Second-Hand Läden oder Repair Cafés zurückgreifen. Denn hier wird aus alt neu gemacht. Ein Pullover, den der eine schrecklich doof findet, findet zum Beispiel auf Flohmärkten oder im Netz ganz schnell eine Person, die sich in das Kleidungsstück verliebt. Auch Elektrogeräte können weiterverkauft werden, wenn sie noch funktionstüchtig sind.

In jeder Hinsicht gilt, erst einmal gründlich nachdenken, ob der Kauf einer neuen Ware wirklich notwendig ist und ob die alten Sachen es nicht auch noch tun.

Fazit

Seinen Ökologischen Fußabdruck zu minimieren geht schon durch kleine Umstellungen im Alltag. Dies fängt mit dem Ausschalten des Stroms von Elektrogeräten und dem Licht bis hin zu einer veganen Ernährung. Durch kostenlose Tests im Internet können Sie ihren Fußabdruck ausrechnen und sehen in welchen Kategorien Sie sich noch verbessern können, um uns und unserer Welt länger natürliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Hallo, mein Name ist Juno und ich absolviere gerade mein „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ (FÖJ) im Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main. Dieser Artikel gehört zu der Reihe „Thema des Monats“, welche ich im Rahmen meines FÖJ-Projektes anfertige.