Sicher in die Schule – auf dem Rad

Bike im Trend: Nachhaltige Mobilität auf dem Schulweg fördern

Projektsteckbrief

Projekttitel: „Bike im Trend – mobil und sicher mit dem Rad zur Schule“

Themenknoten: Bildung

Projektziele: sichere Schulwege, Förderung der Fahrradnutzung und der Verkehrssicherheit, Vermittlung von Wissen über umweltgerechtes Mobilitätsverhalten, Förderung von Kompetenzen für die aktive Gestaltung der Lebensumwelt.

Projektbeteiligte: Stadtschulamt Frankfurt am Main, ­Umweltlernen in Frankfurt e. V.;
ämterübergreifende Arbeits­gruppe: Stadtschulamt ­Frankfurt am Main, Umweltlernen in Frankfurt e. V., ­Staatliches ­Schulamt, Straßenverkehrsamt, Radfahrbüro, Polizei, ­Straßenbauamt, Kinderbüro, ­Grünflächenamt

Kooperationspartner: Bike Point des Internationalen Bundes (IB), traffiQ Lokale Nahverkehrsgesellschaft ­Frankfurt am Main mbh.

Projektbeginn: erstmals 1999 durchgeführt

Projektleiter: Jürgen Blum, Umweltlernen in Frankfurt e. V.

Ein Weg, den Radverkehr zu fördern, ist es, Kindern und Jugendlichen das Fahrrad als ein umweltfreundliches und schnelles Bewegungsmittel zu vermitteln, das die eigene Fitness und Selbstständigkeit fördert. Gerade in einer Großstadt sind sichere Schulwege die Voraussetzung. Das Projekt „Bike im Trend“ erarbeitet Schulwegpläne für die Frankfurter Stadtteile und setzt dafür besondere Experten ein – die Schüler/innen selbst.

„Bike im Trend“ ist ein Projekt im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), das Bildung und Mobilität in besonderer Weise verknüpft. Es fördert das Radfahren auf dem Schulweg, behandelt das Fahrrad und den öffentlichen Nahverkehr als Teil einer zukunftsfähigen Mobilität und fördert nicht zuletzt Kompetenzen für die aktive Gestaltung der eigenen Lebensumwelt.

Schüler/innen untersuchen den eigenen Schulweg

In einer Projektwoche erkunden Schüler/innen an weiterführenden Schulen ihren Schulweg, kartieren die Gefahrenstellen und machen Vorschläge für einen Schulwegplan für Radfahrer. Sie werden dabei als Spezialisten für ihren Schulweg ernst genommen, denn sie können aus ihrer alltäglichen Erfahrung heraus Problemstellen am besten aufdecken.

Partizipation auf kommunaler Ebene erproben

Die Vorschläge werden anschließend auf Plakaten dokumentiert und einem Beirat präsentiert, der sich aus Vertretern von Stadtschulamt, Stadtplanungsamt, Amt für Straßenbau und Erschließung, Grünflächenamt, Straßenverkehrsamt, Polizei und staatlichem Schulamt zusammensetzt. Verbesserungsvorschläge werden soweit als möglich umgesetzt oder, wenn dies kurzfristig nicht möglich ist, für spätere Planungen dokumentiert. Die Schüler/innen erfahren so, was Gestaltung und gesellschaftliche Teilhabe auf kommunaler Ebene bedeuten.

Schulwegpläne für Radfahrer/innen entwickeln

Die Schulweganalysen der Schüler/innen bilden die Grundlage für die Erstellung von Schulwegplänen für Radfahrer/innen. Die Pläne geben Empfehlungen für die wichtigsten Wege zwischen Schulen und Wohnstadtteilen. Neben gesicherten Übergängen und Hinweisen auf Gefahrenstellen sind Haltestellen und Strecken der öffentlichen Verkehrsmittel eingezeichnet. So können Eltern, Schüler/innen den sichersten Schulweg heraussuchen.

Verkehrssicherheit fördern

Themen der Projektwoche sind außerdem Verkehrssicherheit und umweltgerechtes Mobilitätsverhalten. Dazu findet bereits vor dem Projekt eine Befragung der beteiligten Schüler/innen statt, um einen Überblick über die bisherige Fahrradnutzung zu erhalten.

Fahrgeschicklichkeitsübungen und das Lernen von Verkehrsregeln fördern die Verkehrssicherheit. In Kooperation mit dem Bike Point des Internationalen Bundes (IB), einem Qualifizierungsprojekt für arbeitslose Jugendliche, werden die Fahrräder der Schüler/innen überprüft und kleinere Reparaturen unter Anleitung selbst durchgeführt. Wie man Verkehrsmittel des öffentlichen Nahverkehrs benutzt, üben die Schüler/innen ebenfalls im Projekt. Hier gibt es eine Ko­operation mit der traffiQ Lokale Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbh.

Stadtweite, aktuelle Schulwegpläne entwickeln

Bis heute wurden für zehn Frankfurter Stadtteile Fahrrad-Schulwegpläne erarbeitet. Mittelfristig soll es sie für das gesamte Stadtgebiet geben. Einen Schwerpunkt wird außerdem die Aktualisierung der vorhandenen Pläne bilden, weil verbesserte Radwegangebote und neue Verkehrsregelungen wie z. B. Öffnung der Einbahnstraßen für den Radverkehr gegen die Fahrtrichtung neue Routen möglich machen.

Das Projekt als Teil einer umfassenden ­Mobilitätserziehung

Im Rahmen einer umfassenden Mobilitätserziehung soll das Projekt „Bike im Trend“ mit Modulen vom Elementarbereich bis zur Berufsschule weiterentwickelt werden. Eine Ausweitung des Projekts in die Grundschule wird zurzeit erprobt: In dem Projekt „Mit dem Rad zur neuen Schule“ erarbeiten Grundschüler/innen der 4. Klasse den Schulweg zur weiterführenden Schule mit dem Rad. Anschließend erkunden sie ihn in kleinen Gruppen möglichst unter Beteiligung der Eltern. So werden schon vor dem Schulübergang die Weichen für die Fahrradnutzung gestellt.

Das Projekt „Bike im Trend“ wurde 2014 als offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Das Hessische Kultusministerium hat es als best practice-Beispiel benannt und in den Radroutenplaner Hessen aufgenommen.

Verkehrssicherheit

Den eigenen Schulweg erkunden; ­Gefahrenstellen kartieren; Schulwegpläne für Radfahrer entwickeln; ­Fahrräder ­überprüfen und reparieren; Fahrsicherheits- und Geschicklichkeits­trainings.
 

Mobilität

Das Fahrrad als umweltfreundliches Bewegungsmittel kennenlernen; ­Wissen über umweltgerechtes Mobilitätsverhalten vermitteln; Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehrs einüben.

Selbstständigkeit

Fitness und Selbstständigkeit durch Radfahren fördern; Schüler/innen als Spezialisten für ­sichere Schulwege erproben Partizipation auf kommunaler Ebene.

Umweltlernen in Frankfurt e. V.

Jürgen Blum

Telefon 069 212-30130

juergen.blum(at)stadt-frankfurt.de