Standortvorteil Vielfalt

Innenstadtkonzept: Ein lebendiges Zentrum weiterentwickeln

Projektsteckbrief

Projekttitel: „Innenstadtkonzept Frankfurt am Main“

Themenknoten: Planen und Bauen

Projektziele: Aufstellung eines langfristigen städtebaulichen Rahmenplans mit Handlungsleitlinien, der die ­Weiterentwicklung der Frankfurter Innenstadt als ­lebendiges ­Zentrum für Handel, Dienstleistung, Wohnen, Kultur und Freizeit fördert.

Planungsgebiet: die Frankfurter Innenstadt innerhalb der Wallanlagen

Projektbeginn: 2010

Projektende: 2015

Beteiligte: Stadtplanungsamt und weitere Fachämter

Das Nebeneinander von Arbeiten, Wohnen, Einkaufen, Gastronomie und Kultur: Es ist diese urbane ­Komplexität, die die besondere Atmosphäre einer Innenstadt ausmacht. Das Frankfurter Innenstadtkonzept formuliert einen Planungsrahmen, der die lebendige Vielfalt der Nutzungen im Stadtkern ausbauen soll.

Das Besondere an der Frankfurter Innenstadt sind ihre Kompaktheit und der Kontrast zwischen moderner Entwicklung und historisch gewachsenen Strukturen. Sie ist eine Stadt mit kurzen Wegen und hoher Erlebnisdichte. Zugleich ist sie noch immer geprägt vom Leitbild einer autogerechten Stadt und von Bereichen, die nur eine Nutzungsart ermöglichen wie etwa Wohnen am Dom, Verwaltung im Fischerfeld oder Büros im Bankenviertel. Hier setzt das Innenstadtkonzept an.

Die Stadt Frankfurt am Main hat 2010 damit begonnen, einen Rahmenplan für die langfristige städtebauliche Entwicklung des Stadtkerns innerhalb der Wallanlagen aufzustellen. Dieses Innenstadtkonzept soll bestehende Planungen zusammenfassen, Handlungsleitlinien entwickeln und Vorschläge für zukünftige Projekte machen. Es soll die Innenstadt in ihrer Stadtgestalt und in der Qualität ihrer öffentlichen Räume aufwerten und Handel, Dienstleistungen, Wohnen, Kultur, Freizeit und Erholung stärken.

Breite Beteiligung an einem offenen Planungsprozess

Das Innenstadtkonzept sollte mit möglichst vielen Beteiligten und Interessierten diskutiert und entwickelt werden. Dazu wurde im Jahr 2010 eine groß angelegte Bürgerbeteiligung durchgeführt. Nach Vorarbeiten des Stadtplanungsamts und weiterer Fachämter wurden elf öffentliche Themenwerkstätten veranstaltet, an denen sich etwa 300 Bürger/innen beteiligten. Deren Anregungen und Ideen dienten als Grundlage für den Entwurf des Konzepts, der im August 2010 präsentiert und dann in einem Online-Forum zur Diskussion gestellt wurde.

Die Innenstadt einladend und lebendig gestalten

Die Handlungsleitlinien und Maßnahmen des Konzepts haben zum Ziel, die Nutzungsvielfalt aus Arbeiten, Wohnen, Einkaufen, Freizeit, Gastronomie und Kultur zu bewahren und weiterzuentwickeln. Dabei greifen vielfältige Aspekte der Stadtentwicklung ineinander:

Im Stadtbild sollen die für Frankfurt typischen, spannungsreichen Kontraste erhalten werden. Eine maßvolle Nachverdichtung soll die innenstadttypische Blockstruktur stärken. Ein abgestimmtes Netz von Straßen, Plätzen, Gassen und Passagen soll die Attraktivität der Innenstadt steigern und zum Verweilen einladen. Indem dieses Wegenetz attraktive Rundläufe möglich macht, werden auch kleinteiligere Einzelhandelslagen wie die Seitenlagen der Zeil besser angebunden. Standortvorteile gegenüber Einkaufszentren am Stadtrand werden so gesichert.

Um den Arbeitsort Innenstadt attraktiv zu erhalten, soll das Angebot an Büroflächen stabilisiert und eine ausgewogene Mischung mit anderen Nutzungen – z. B. in den Sockelgeschossen – realisiert werden. Damit die Innenstadt auch außerhalb der Geschäftszeiten belebt ist, sollen mehr familiengerechte Wohnungen geschaffen und das Wohnungsangebot aufgewertet werden. Dazu gehören Verbesserungen des Wohnumfelds, der Nahversorgung und der sozialen Infrastruktur.

Die Eingänge in die Innenstadt sollen einladender gestaltet und die zentralen Bereiche durch Fuß- und Radwegverbindungen stärker mit dem Mainufer und den Wallanlagen vernetzt werden. Durch eine Reduzierung der Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr sollen Berliner Straße und Mainkai leichter gequert werden können und die Barrierewirkung aufgehoben werden. Auch für weitere Hauptverkehrsachsen sind bessere Querungsmöglichkeiten vorgesehen bzw. sollen untersucht werden. Ziel ist es, alle wichtigen öffentlichen Plätze sukzessive aufzuwerten und je nach Lage und Funktion im Stadtraum differenziert zu gestalten. Eine stärkere Begrünung der Innenstadt, zum Beispiel durch Alleepflanzungen, kleine Stadtgärten oder in Innenhöfen, soll nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern auch das Stadtklima verbessern.

Eine besondere Qualität der Frankfurter Innenstadt ist die bunte Mischung unterschiedlicher Quartiere. Das Innenstadtkonzept schlägt Leitlinien zu ihrer Stärkung vor. Die Eigeninitiative von Anwohnern, Händlern und Eigentümern in den Quartieren soll gefördert werden.

Der Entwurf des Innenstadtkonzepts wurde vom Magis­trat am 12. September 2014 und von der Stadtverordnetenversammlung am 16. Juli 2015 beschlossen.

Lebendige City

Spannungsreiche Kontraste, Nutzungsvielfalt aus Arbeiten, Wohnen, Ein­kaufen, Freizeit, Gastronomie und ­Kultur sowie Qualität der öffentlichen Räume steigern Attraktivität der ­Innenstadt.

Standortvorteile

Ein Netz von Straßen, Plätzen, Gassen und Passagen lädt zum Verweilen ein; attraktive Rundläufe binden kleintei­ligere Einzelhandelslagen besser an; Standortvorteil gegenüber Stadtrand.

Verkehrswege

Einladender gestaltete Eingänge in die Innenstadt, bessere Fuß- und Radwegverbindungen, Reduzierung der Fahrspuren für Autos, Aufhebung der Barrierewirkung der Hauptverkehrsachsen, Aufwertung von Plätzen.

Stadtplanungsamt Frankfurt am Main

Nils Schalk

Telefon 069 212-43759

nils.schalk(at)stadt-frankfurt.de