Prof. Dr. Bernd Trocholepczy

Goethe-Universität Frankfurt

Trocholepczy studierte von 1972 bis 1978 römisch-katholische Theologie an der Ruhr-Universität Bochum sowie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Von 1997 bis 2002 war Trocholepczy Professor für Praktische Theologie an der Universität Hannover. Seit 2002 ist er Professor für Religionspädagogik und Mediendidaktik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main und amtierender Dekan des Fachbereiches Katholische Theologie.

Perspektive …

„tuchfühlung mit BürgerInnen“. Ein nachhaltiges Frankfurt braucht

  • eine verständliche Kommunikation seitens der Verantwortlichen

  • ein hohes Maß an Transparenz bei allen Prozessen und Maßnahmen

  • eine enge Verzahnung mit der Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger

  • viele verschiedene Dialogmöglichkeiten

  • einen Einsatz der sozialen Medien als modernen Marktplatz der Ideen

Meine Definition …

Nachhaltige Entwicklung ist vor allem dann gegeben, wenn nicht nur selbst gestellte Fragen beantwortet werden, sondern die Stadtverantwortlichen in einem lebendigen Dialog mit den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger stehen. Dies beginnt mit einem aufmerksamen Zuhören, sei es in den vielen stadtweiten Diskursen oder in den Kanälen der sozialen Medien, wo die Themen und Lebenswirklichkeit Stadtbewohnerinnen und -bewohner konkret zur Sprache kommen. Daraus entsteht eine Sensibilität und Kompetenz die wichtigen Themen für die Zukunft der Stadtgesellschaft zu identifizieren und diskursfähig zu machen.

Green-City-Berichterstattung

Aufmerksam zuhören, statt „selbstgestellte Fragen“ beantworten

Die Frankfurt Green City-Berichterstattung ist als Kommunikations­instrument mit der Stadtgesellschaft und Controlling-Instrument für Stadtpolitik und Verwaltung konzipiert. Diese avisierte Doppelfunktion ist für den Green City-Prozess und die nachhaltige Stadtentwicklung zweifellos wichtig, aber eben auch extrem anspruchsvoll. Der Kommunikation sollte aus meiner Sicht eine besondere Bedeutung zukommen. In diesem Zusammenhang wäre es wichtig, dass die Berichter­statter zunächst einmal aufmerksam zuhören und die Fragen und Themen aus der Stadtgesellschaft auf­nehmen. Intensive Beobachtung der Social Media- und der stadtinternen Diskurse sind die Vo­raussetzungen dafür, dass nicht nur „selbstgestellte Fragen“ beantwortet werden.

Begrifflich abrüsten

Ich schlage vor, die Controlling-Funktion der Berichterstattung zunächst einmal begrifflich „abzurüsten“. Es ist verständlicher und damit auch zielführender, von einer Bewertung oder Evaluation der Projekte und Maß­nahmen zu sprechen. Damit diese Funktion der Frankfurt Green City-Berichterstattung kom­munikativ wirksam werden kann, müssen die AuswahI der Indikatoren und die Bewertungskriterien trans­parent und auch für Nicht-Fachleute nach­vollziehbar sein. Nur wenn die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger eine nach­haltige Stadtentwicklung mit ihrer Lebenswirklichkeit und Lebensquali­tät direkt in Ver­bindung bringen können, wird Brei­tenwirkung möglich.