© Pilzfreunde Südhessen e. V., Foto: Helmut Sandau

Keinen Pfifferling wert

J.W. Goethe-Universität Abteilung Mykologie und Pilzfreunde Südhessen Sulzbach e.V.

Wird es in Frankfurt auf Dauer wärmer, können Pilzarten aus dem Mittelmeergebiet wie der giftige Ölbaumpilz (Omphalotus olearius) besser gedeihen und sich weiter ausbreiten. Die in der Nacht leuchtenden Pilze kommen im warmen Rhein-Main-Gebiet schon an einigen Stellen vor. Für Pilzsammler kann das zur Gefahr werden, können doch Ölbaumpilze von unerfahrenen Sammlern mit Pfifferlingen verwechselt werden.

Ein weiterer Giftpilz mit Einwanderungspotential ist der Parfümierte Trichterling (Clitocybe amoenolens). Auch er stammt aus dem südlichen Europa und ist bereits bis in die Schweiz und nach Österreich vorgedrungen. Im Gegenzug muss damit gerechnet werden, dass Pilze, die an kältere Bedingungen angepasst sind, zurückgehen könnten.

Pilze sind Lebewesen, die sich entweder von toter organischer Substanz ernähren, andere Lebewesen parasitieren oder mit ihnen in Symbiose zusammenleben. Veränderungen der Lebensbedingungen von Pflanzen und Tieren beeinflussen daher auch immer die von ihnen abhängigen Pilze, sowohl für Pilze im negativen aber auch im positiven Sinn. „Gewinner“ im Reich der Pilze sind derzeit im Frankfurter Stadtgebiet manche Parasiten.

Ist die Wasserversorgung von Bäumen im Stadtbereich wegen anhaltender Trockenheit und hohen Temperaturen schlecht, sind sie anfälliger gegen bestimmte Pilzinfektionen. Leichtes Spiel haben dann der Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta), der Laubbäume zu Fall bringen kann oder der Spindelige Rübling (Gymnopus fusipes) der verschiedene Eichenarten schädigt.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich diese Pilze im Stadtgebiet ausbreiten. „Verlierer“ sind die Pilze, die in Symbiose mit Bäumen leben (Mykorrhiza-Pilze). Sie erhalten von den Bäumen Zucker und liefern den Bäumen im Gegenzug Wasser und Mineralstoffe. Bei schlechtem Ernährungszustand des Baumes leiden auch die Pilze. Dies zeigt sich auch darin, dass weniger Pilzfruchtkörper, etwa von Steinpilzen, Perlpilzen und Täublingen, gebildet werden.


Umweltamt

Galvanistraße 28
60486 Frankfurt am Main

Umwelttelefon +49 (0) 69 212 39100
umwelttelefon@stadt-frankfurt.de

Hinsehen, Ertasten und Probieren, Fragen und Forschen: Was die Partner bei der Veranstaltung präsentieren, finden Sie im Themenüberblick.

BioFrankfurt – das Netzwerk für Biodiversität e.V.: Hier finden Sie die Mitglieder und die weiteren Partner bei der Veranstaltung.