Frankfurt ist in Sachen Nachhaltigkeit spitze

2015 erster Platz in weltweitem Städte-Ranking

Frankfurt am Main ist die nachhaltigste Stadt der Welt, gefolgt von London und Kopenhagen. Dies ist ein Ergebnis des Sustainable Cities Index, den ARCADIS, die weltweit tätige Planungs- und Beratungsgesellschaft für „Natural and Built Assets“ (natürliche Schutzgüter und bauliche Vermögenswerte), erstmals vorgestellt hat.

Im Rahmen des Rankings wurden fünfzig Städte aus allen Kontinenten hinsichtlich der Nachhaltigkeitskriterien „Menschen“, „Umwelt“ und „Wirtschaft“ untersucht.

Sowohl im Bereich „Umwelt“ als auch „Wirtschaft“ liegt Frankfurt auf Platz eins, im Subindex „Menschen“ schafft es die Mainmetropole auf Platz neun. Hier punktet besonders Rotterdam durch einen hohen Alphabetisierungsgrad und eine guten Work-Life-Balance.

Im Bereich Umwelt kommt Berlin, die zweite im Rahmen des Index untersuchte deutsche Stadt, direkt nach Frankfurt auf Platz zwei. Ausschlaggebend für die ersten Plätze der beiden deutschen Metropolen sind ein gutes Abfallmanagement sowie geringe Luftverschmutzung. In der Gesamtwertung steht die deutsche Hauptstadt auf Platz sechs. Insgesamt führen die etablierten Städte Europas die Liste an: Sie belegen durch eine gute Balance von sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten sieben der ersten zehn Plätze.

„Erstaunliche Innovationskraft der europäischen Städte“

„Frankfurt am Main erreicht oft gute Plätze in Nachhaltigkeitsrankings“, sagt Umwelt- und Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig, „doch der Sustainable Cities Index von ARCADIS verdient besondere Beachtung, weil er insgesamt die erstaunliche Innovationskraft der europäischen Städte belegt.

Frankfurt am Main, London oder Kopenhagen sind deshalb erfolgreich, weil sie die Bürgerschaft in die Stadtentwicklung einbeziehen und Experimente fördern. Wer die eigene Umwelt positiv beeinflussen kann, wird am ehesten auch Lösungen für die globalen Herausforderungen finden. Wir freuen uns sehr über den ersten Platz für Frankfurt, aber genauso über jede weitere Stadt, die sich auf den Weg zur Green City macht.“

Wichtig ist das Gleichgewicht zwischen Finanzen, Umwelt und der Attraktivität als Lebens- und Arbeitsort

Laut  John Batten, Global Cities Director bei ARCADIS, macht der  Sustainable Cities Index „Städten deutlich, wo sie stehen und zeigt Möglichkeiten auf, wie sie nachhaltiger werden können: wirtschaftlich, ökologisch und für das Wohl der Menschen, die dort leben … Städte stehen heute mehr denn je in einem globalen Kontext und sie müssen Wege zu einem Gleichgewicht zwischen Finanzen, der Attraktivität der Stadt als Lebens- und Arbeitsort und der Begrenzung der Umweltschäden finden.“ Nach der Studie spielt  der Faktor „Menschen“ in vielen Städten eine eher untergeordnete Rolle, während die Kriterien „Wirtschaft“ und „Umwelt“ oft besser erfüllt werden. Teures Wohnen und eine schlechte Work-Life-Balance wirken sich hier aus.

Sehr unterschiedliche Ergebnisse der amerikanischen und asiatischen Städte

Von den nordamerikanische Städten erreicht Toronto mit Platz zwölf die beste Platzierung. Boston liegt auf Platz 15, Chicago auf Platz 19 der Gesamtwertung. Die Städte in den USA und Kanada erreichen durch ein starkes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und geringe bürokratische Hemmnisse gute Plätze im Teilbereich „Wirtschaft“, so erreicht z.B. San Francisco Platz sieben. Was aber den CO2-Ausstoß anbelangt, liegen sie in der unteren Hälfte des Rankings.

Die Städte Mittel- und Südamerikas kommen besonders in den Bereichen „Menschen“ und „Wirtschaft“ zu keinem guten Ergebnis, bei der „Umwelt“ zeigt sich ein gemischtes Bild. Die am besten bewerteten süd-amerikanischen Städte sind Santiago und São Paulo auf den Plätzen 30 und 31.

Asiens Städte zeigen ein uneinheitliches Bild: Seoul, Hongkong und Singapur gehören zu den Top Ten, während Neu-Delhi, Wuhan, Mumbai, Manila und Jakarta am anderen Ende des Rankings stehen. Seoul erreicht  im Subindex „Menschen“ den zweiten Platz – unter anderem mit einer guten Verkehrsinfrastruktur. Hongkong punktet mit guter Hochschulbildung, einer hohen Lebenserwartung und dem höchsten Anteil an Grünflächen.

Lange Arbeitszeiten und eine niedrige Work-Life-Balance führen bei den meisten anderen asiatischen Städten zu einer niedrigen Wertung in diesem Bereich. Dagegen trägt die Bedeutung im globalen Handelsnetzwerk zu einer guten Wertung im Bereich „Wirtschaft“ bei.

Die Methodik des ARCADIS-Rankings

Die Studie wurde vom Londoner Wirtschaftsforschungsinstitut Centre for Economics and Business Research (www.cebr.com) durchgeführt. Untersucht wurden dafür 50 Städte aus 31 Ländern, die nicht nur geographisch einen guten Querschnitt darstellen, sondern auch hinsichtlich verschiedener Ebenen der wirtschaftlichen Entwicklung, des prognostizierten Wachstums und einer Auswahl von Nachhaltigkeitsherausforderungen. Der ARCADIS Sustainable Cities Index kombiniert viele einzelne Inputindizes, die jeweils einen Teilaspekt der Nachhaltigkeit einer Stadt beschreiben. Alle Indizes beruhen auf verlässlichen Quellen wie den Vereinten Nationen, der Weltbank, der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und anderen.